Die Physiker Seite 75

MÖBIUS
keinen Denkfehler leisten, weil ein Fehlschluß zur Katastrophe führen müßte. Der Ausgangspunkt ist klar. Wir haben all drei das gleiche Ziel im Auge, doch unsere Taktik ist verschieden. Das Ziel ist der Fortgang der Physik. Sie wollen ihr die Freiheit bewahren, Kilton, und streiten ihr die Verantwortung ab. Sie dagegen, Eisler, verpflichten die Physik im Name der Verantwortung der Machtpolitik eines bestimmten Landes.1 Wie sieht nun aber die Wirklichkeit aus? Darüber verlange ich Auskunft, soll ich mich entscheiden.2
NEWTON
Einige der berühmtesten Physiker erwarten Sie. Besoldung und Unterkunft ideal, die Gegend mörderisch, aber die Klimaanlagen ausgezeichnet.
MÖBIUS
Sind diese Physiker frei?
NEWTON
Mein lieber Möbius. Diese Physiker erklären sich bereit, wissenschaftliche Probleme zu lösen, die für die Landesverteidigung entscheidend sind. Sie müssen daher verstehen --
MÖBIUS
Also nicht frei.
Er wendet sich Einstein zu.
MÖBIUS
Joseph Eisler. Sie treiben Machtpolitik. Dazu gehört jedoch Macht. Besitzen Sie die?
EINSTEIN
Sie mißverstehen mich, Möbius. Meine Machtpolitik besteht gerade darin, daß3 ich zu Gunsten einer Partei auf meine Macht verzichtet habe.
MÖBIUS
Können Sie die Partei im Sinne Ihrer Verantwortung lenken oder laufen Sie Gefahr, von der Partei gelenkt zu werden?
EINSTEIN
Möbius? Das ist doch lächerlich. Ich kann natürlich nur hoffen, die Partei befolge meine Ratschläge,


1Sie dagegen ... bestimmten Landes: You, however, Eisler, deem it your responsibility to make physics subservient to the power politics of a certain country [RETURN TO TEXT]
2soll ... entscheiden: if I am to make a decision [RETURN TO TEXT]
3besteht ... darin, daß consists precisely in the fact that [RETURN TO TEXT]


Seite 75 video