Die Physiker Seite 49

MÖBIUS
Monika. Ich muß Sie fortschicken.
SCHWESTER MONIKA
verzweifelt: Lieben Sie mich denn gar nicht?
MÖBIUS
Ich liebe Sie, Monika. Mein Gott, ich liebe Sie, das ist ja das Wahnsinnige.
SCHWESTER MONIKA
Warum verraten Sie mich dann? Und nicht nur mich? Sie behaupten, der König Salomo erscheine Ihnen. Warum verraten Sie auch ihn?
Möbius ungeheuer erregt, packt sie.
MÖBIUS
Monika! Sie dürfen alles von mir glauben, mich für einen Schwächling halten. Ihr Recht. Ich bin unwürdig Ihrer Liebe. Aber Salomo bin ich treu geblieben. Er ist in mein Dasein eingebrochen, auf einmal, ungerufen, er hat mich mißbraucht, mein Leben zerstört, aber ich habe ihn nicht verraten.
SCHWESTER MONIKA
Sind Sie sicher?
MÖBIUS
Sie zweifeln?
SCHWESTER MONIKA
Sie glauben, dafür büßen zu müssen, weil Sie sein Erscheinen nicht verschwiegen haben. Aber vielleicht büßen Sie dafür, weil Sie sich für seine Offenbarung nicht einsetzen.
Er läßt sie fahren.
MÖBIUS
Ich -- verstehe Sie nicht.
SCHWESTER MONIKA
Er diktiert Ihnen das System aller möglichen Erfindungen. Kämpfen Sie für seine Anerkennung.
MÖBIUS
Man hält mich doch für verrückt.
SCHWESTER MONIKA
Warum sind Sie so mutlos?
MÖBIUS
Mut ist in meinem Falle ein Verbrechen.
SCHWESTER MONIKA
Johann Wilhelm. Ich sprach mit Fräulein Doktor von Zahnd.
Möbius starrt sie an.
MÖBIUS
Sie sprachen?
SCHWESTER MONIKA
Sie sind frei.
MÖBIUS
Frei?


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