Die Physiker Seite 44

SCHWESTER MONIKA
Auch wir müssen von einander Abbschied nehmen. Auch für immer.
Er erschrickt.
MÖBIUS
Sie verlassen mich?
SCHWESTER MONIKA
Befehl.
MÖBIUS
Was ist geschehen?
SCHWESTER MONIKA
Man versetzt mich ins Hauptgebäude. Morgen übernehmen hier Pfleger die Bewachung. Eine Krankenschwester darf diese Villa nicht mehr betreten.
MÖBIUS
Newtons und Einsteins wegen?
SCHWESTER MONIKA
Auf Verlangen des Staatsanwalts. Die Chefärztin befürchtet Schwieigkeiten und gab nach.
Schweigen. Er ist niedergeschlagen.
MÖBIUS
Schwester Monika, ich bin unbeholfen. Ich verlernte es, Gefühle auszudrücken, die Fachsimpeleien mit den beiden Kranken, neben denen ich lebe, sind ja kaum Gespräche zu nennen. Ich bin verstummt, ich fürchte, auch innerlich. Doch Sie sollen wissen, daß für mich alles anders geworden ist, seit ich Sie kenne. Erträglicher. Nun, auch diese Zeit is vorüber. Zwei Jahre, in denen ich etwas glücklicher war als sonst. Weil ich durch Sie, Schwester Monika, den Mut gefunden habe, meine Abgeschlossenheit und mein Schicksal als -- Verrückter -- auf mich zu nehmen. Leben Sie wohl.
Er steht auf und will ihr die Hand reichen.
SCHWESTER MONIKA
Herr Möbius, ich halte Sie nicht für -- verrückt.
Möbius lacht, setzt sich wieder.
MÖBIUS
Ich mich auch nicht. Aber das ändert nichts an meiner Lage. Ich habe das Pech, daß mir der König Salomo erscheint. Es gibt nun einmal nichts anstößigeres als ein Wunder im Reiche der Wissenschaft.


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