Die Physiker Seite 27

INSPEKTOR
Nur?
FRL. DOKTOR
Die übrigen wurden gleich nach dem ersten Unglücksfall in das neue Haus übergesiedelt. Ich hatte mir den Neubau zum Glück rechtzeitig leisten können. Reiche Patienten und auch meine Verwandten steuerten bei. Indem sie ausstarben. Meistens hier. Ich war dann Alleinerbin. Schicksal, Voß. Ich bin immer Alleinerbin. Meine Familie ist so alt, daß es beinahe einem kleinen medizinischen Wunder gleichkommt, wenn ich relativ für normal gelten darf,1 ich meine, was meinen Geisteszustand betrifft.
Der Inspektor überlegt.
INSPEKTOR
Der dritte Patient?
FRL. DOKTOR
Ebenfalls ein Physiker.
INSPEKTOR
Merkwürdig. Finden Sie nicht?
FRL. DOKTOR
Finde ich gar nicht. Ich sortiere. Die Schriftsteller zu den Schriftstellern, die Großindustriellen zu den Großindustriellen, die Millionärinnen zu den Millionärinnen und die Physiker zu den Physikern.
INSPEKTOR
Name?
FRL. DOKTOR
Johann Wilhelm Möbius.
INSPEKTOR
Hat auch er mit Radioaktivität zu tun?
FRL. DOKTOR
Nichts.
INSPEKTOR
Könnte auch er --?
FRL. DOKTOR
Er ist seit fünfzehn Jahren hier, harmlos, und sein Zustand blieb unverändert.
INSPEKTOR
Fräulein Doktor. Sie kommen nicht darum herum. Der Staatsanwalt verlangt für Ihre Physiker katagorisch Pfleger.
FRL. DOKTOR
Er soll sie haben.
Der Inspektor greift nach seinem Hut.
INSPEKTOR
Schön, es freut mich, daß Sie das einsehen. Ich war nun zweimal in Les Cerisiers, Fräulein Doktor von Zahnd. Ich hoffe nicht, noch einmal aufzutauchen.


1wenn ... darf: if I may pass for relatively normal [RETURN TO TEXT]


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